Monat: März 2017

Eine starke IHK ist wichtig für einen starken Wirtschaftsraum

Eine starke IHK ist wichtig für einen starken Wirtschaftsraum

IHK BildDie Serie überraschender Wahlausgänge reißt nicht ab. Ob Brexit, Donald Trump und nun bei der IHK Hamburg. Dort hat sich die Wahlgruppe der kritischen „Die Kammer sind WIR“-Unternehmer mit absoluter Mehrheit durchgesetzt und 55 der 58 Sitze erobert.

Die Gruppe hatte im Wahlkampf gefordert, die Kammergebühren auf null herabzu- setzen und sich über freiwillige Beiträge zu finanzieren. Doch kann das gelingen? Funktioniert eine leistungsstarke Kammer dann noch? Werden die Unternehmen dann noch umfangreich vertreten und beraten?

„Auf viele Fragen können wir jetzt noch keine gesicherten Antworten geben. Doch wir von der IFU sind uns sicher, nur eine starke Kammer kann unseren starken Wirtschaftsraum auch adäquat vertreten“, sagt der IFU-Vorsitzende Horst Winkelhag.

Die Aufgaben, Leistungen und Angebote sind für viele Unternehmen in Frechen, dem Rhein-Erft-Kreis und Köln von enormer Bedeutung. Vor allem im Aus- und Weiterbildungsbereich. Gerade der drohende Fachkräftemangel macht es dringend notwendig, darauf reagieren zu können. Mit geeigneten Ausbildungsberatungen, einer Berufsorientierung oder einer Ausbildungsvermittlung. „Gerade was den Nachwuchs angeht, sind die Angebote der IHK kaum durch andere Institutionen zu ersetzen,  so Winkelhag. Und wer bereits in einem Betrieb arbeitet, soll ja nicht stehen bleiben. Auch die Weiterbildung ist ein wichtiger Pfeiler, um Mitarbeiter zu qualifizieren oder sie zu Führungskräften auszubilden.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche hoheitliche Aufgaben, wie beispielsweise Prüfungen und Zeugnisse in der Weiterbildung, Benennung von Sachverständigen oder Genehmigung im Güterkraftverkehr, um nur einige zu nennen.

Ein ganz zentraler Punkt ist aber die Interessenvertretung für die Mitgliedsunternehmen. In einer starken Wirtschaftsregion ist die IHK ein starker Sprecher und Ansprechpartner für Verwaltung, Politik, Verbände und andere Institutionen.

„Gerade in unserer vom Verkehr so sehr belasteten Infrastruktur brauchen wir einen Fürsprecher. Es stehen noch so viele Straßenbauprojekte auf der Agenda, da muss auch in unserem Sinne verhandelt werden. Und die IHK gehört mit an den Tisch“, so Winkelhag. Schließlich hilft die IHK beim Wissenschaftstransfer zwischen Unternehmen und den Hochschulen in unserer Region. Auch um unseren Standort im regionalen und globalen Wettbewerb zu positionieren. „Die IHK-Köln ist unsere gemeinsame Stimme, ob Kleinstunternehmen, mittelständischer Betrieb oder großer Konzern. Nur gemeinsam können wir den erfolgreichen Wirtschaftsstandort voran bringen“.

Natürlich ist eines besonders wichtig:

Die IHK-Köln muss sorgsam und kostenbewusst mit den Beiträgen der Pflicht-mitgliedern umgehen. „Das muss oberste Priorität haben. Die von uns gezahlten Beiträge dürfen nur zweckgebunden werden“, sagt der IFU Vorsitzende Horst Winkelhag. Gerade die geplante Modernisierung des IHK-Gebäudes am Börsenplatz sorgte für Diskussionen. Vor allem,  weil die Kosten für die Sanierung höher werden sollten. Die Sondervollversammlung hat am 21. Februar zwar noch nicht die 40 Millionen Euro Variante entschieden, sondern lediglich den Auftrag erteilt, diese zusätzlich zu der 47 Millionen-Variante zu planen. Endgültig entschieden wird darüber am 25. April 2017.

Fakt ist, eine Sanierung des aus den 1950er Jahre stammenden Gebäudes ist dringend notwendig. Das Haus ist nicht mehr zeitgemäß, teilweise mit Asbest belastet und gefährdet somit die Gesundheit der Mitarbeiter.

„Wenn die IHK-Führung nun eine Sanierung befürwortet, zeigt das auch ein verantwortungsvolles Handeln den Mitarbeitern gegenüber“, so Winkelhag. Trotzdem sollten die Kosten der Sanierung laufend kontrolliert werden. „Ich habe den Eindruck gewonnen, dass die IHK mit den ihr anvertrauten Mitgliedsbeiträgen sehr verantwortungsvoll umgeht. Auch, aber nicht nur beim Thema Sanierung“.

Wichtig ist aber auch, und das zeigt Hamburg ganz deutlich, die Kammer sind wir.

Es ist eine Mitmach-Organisation. „Und damit sind auch wir Mitgliedsunternehmen

mitverantwortlich, für das was die Kammer macht“, so Winkelhag.

Frühjahrsveranstaltung 2017

Frühjahrsveranstaltung 2017

Die IFU hatte wieder zu ihrer jährlichen Frühjahrsveranstaltung eingeladen, um sich mit Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung auszutauschen.

Als Ehrengast konnte der IFU-Vorsitzende Horst Winkelhag den Bundesvorsitzenden und NRW-Landesvorsitzenden der FDP, Herrn Christian Lindner, gewinnen. Zur Begrüßung lobte er Lindner als „kämpferischen Redner“ und „Politiker des Jahres 2016″. Noch nie habe ein Ehrengast so viele Interessierte angezogen.

Zunächst jedoch kam Gastgeber und Deiters-Chef Herbert Geiss Junior zu Wort, der maßgeblich für die Expansion und den stetigen Ausbau des traditionsreichen Kostüm- und Karnevals-Unternehmens verantwortlich ist. Seit 14 Jahren leitet der 34-Jährige die Geschäfte. Sein Leitsatz: „Wer mehr Kostüme verkaufen will, der muss mehr Anreize zum Verkleiden schaffen“. Und so veranstaltet Deiters die – nach eigenen Aussagen – „größte Halloween-Party Deutschlands“ in der Lanxess-Arena und den Hauptstadtzug in Berlin. „Wir verkaufen Spaß in einer Gesellschaft, die sich sehr mit dem Negativen beschäftigt“, erklärte Geiss.

Er wies außerdem auf die sozialen Pflichten als Unternehmer hin und erläuterte die Ausbildungsbemühungen der Fa. Deiters in drei Ausbildungsberufen mit anschließender Weiterbeschäftigung im eigenen Haus. „Wer bei uns eine Ausbildung macht, der soll anschließend auch an das Unternehmen gebunden werden“, erklärte der werdende Vater. „Wir beschäftigen hier keine Raketenwissenschaftler. Teilweise sind das Arbeitnehmer, die nur wenige Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, aber wir zahlen trotzdem mehr als den Mindestlohn!“

Anschließend betrat Christian Lindner die Bühne. Redegewand holte er zum Rundumschlag gegen die rot-grüne Landesregierung und die große Koalition in Berlin aus. Deutschland ginge es gut, die Geschäfte liefen und selbst rot-grün in Düsseldorf schaffe es nicht, Schulden zu machen, erklärte er. Er sei überzeugt, dass nicht der Sozialismus eine Gefahr für die Markwirtschaft sei, sondern der Bürokratismus. Lindner: „Wir müssen den Menschen wieder mehr Eigenverantwortung gewähren!“ Stattdessen würde die Bürokratie in Deutschland immer stärker anwachsen. Zuviel sei durch Gesetze und Verordnungen festgelegt.

Der Grund – so Lindner: „Der Staat misstraut dem Mittelstand!“

Christian Lindner scheint gut vorbereitet zu sein, für das Wahlkampfjahr 2017.

Zum Abschluß rundete dann ein karnevalistischer Vortrag des „Sitzungspräsidenten“ den Abend ab.

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Cape Town, South Africa